Der Osterhase früher und heute
Zu Ostern gab es noch zu den Zeiten, als die heutigen Eltern noch Kinder waren, nicht viel für den Osterhasen zu tun. In der Regel wurden ein paar Eier versteckt, einige Leckereien daneben, und dann konnte er in Ruhe zum nächsten Haus hoppeln, um dort seinem Beruf nachzugehen. Mittlerweile kann sich der Genosse mit dem Eierrucksack ein solches gemütliches Arbeitsleben nicht mehr leisten. Er hetzt von einem Haus zum anderen, karrt die Geschenke heran und ganz nebenbei auch noch Unmengen von Leckereien. Die Vorbereitungen, die der langohrige Freund der Kinder treffen muss, übertreffen fast noch die seines Kollegen, des Weihnachtsmannes.
Aus vielen Bilderbüchern kennt man den Osterhasen, wie er dasitzt und seine Eier anmalt, die er dann an die Kinder verteilt. Heute bleibt dazu nicht mehr viel Zeit. Er muss sich darum kümmern, alles zu besorgen, was auf seinen Listen steht. Hierzu gehört mancher kräftiger Einkaufsbummel. Sogar im Internet ist er unterwegs, um noch einige Bestellungen rechtzeitig erledigen zu können. Dort eine Sammleruhr, da ein ferngesteuertes Auto, und auch im Whirlpool Shop schaut er schnell vorbei, um die Abdeckung zu besorgen, die der Weihnachtsmann in der Eile vergessen hat. Nicht nur die Kinder muss der fleißige Hoppelhase beschenken. Auch die Großeltern, Eltern, Freunde und Arbeitskollegen bekommen nicht nur ein kleines Nestchen, sondern gleich was Vernünftiges.
Nach all dem Stress ist es kein Wunder, wenn der Osterhase froh ist, bis zum nächsten Marathon rasten zu können. Bestimmt liegt er in der Zwischenzeit irgendwo faul auf der Wiese herum und freut sich, dass er wieder einmal alles pünktlich und zuverlässig besorgen konnte. Dass neuerdings ein Terminplaner und ein Laptop zu seiner Ausrüstung gehören, ist nicht so schlimm, denn auch Osterhasen müssen mit der Zeit gehen. Auch die Eierfarben werden demnächst maschinell aufgetragen. Dann bleibt noch mehr Zeit, um einkaufen zu gehen, und sich um alle Wünsche zu kümmern.
geschrieben in Allgemein






